14. Tag 6.6.2012 von Vyazma nach Minsk

14. Tag 6.6.2012 von Vyazma nach Minsk


Distanz: 586 km – Gesamt:  6.301 km Grenze: 0 Minuten

 

 
 

Grau! So sah der Himmel aus und auch noch
sehr gleichmässig. Es regnete schön gleichmässig und ergiebig.
Aber solange man sich daraus nichts macht stört es nicht und so bin ich
bereits 7 Uhr gestartet und auf der M1 Richtung Osten gefahren. Dank der frühen Morgenstunde waren fast nur LKWs unterwegs. Wie es scheint, sind
Russen wohl eher Langschläfer. Sympathisch!
Die 180 Kilometer bis Smolensk und zum Abzweig nach Vytebsk habe ich so
in gut 1,5 Stunde geschafft. Wie heisst es? Ländergrenzen sind
Wettergrenzen. Also lockerte das grau ein bisschen auf und es regnete
weniger für die 100 Kilometer bis Vytebsk.
Was ich nicht wusste, zwischen Russland und Belarus gibt es keine
richtigen Grenzkontrollen. Nur ein Dach und Häuschen drumherum, wo ein
paar Polizisten schauten aber keinerlei Anstalten zu Kontrollen machten.

Die Strasse war auf eine. Schlag viel
besser. Der Fahrstil ruhiger und die Orte sahen gepflegter aus als dass,
was ich die letzten Tage gesehen habe. Überraschen! Auch Vytebsk macht
einen sehr guten Eindruck. Alte häuser und Sowjetbauten.
Aus Vytebsk kommt Mark Chagall, was wohl jeder weiss. Er ist hier
geboren und so steure ich das Art Centre An, was aber noch nicht auf
hat. Erst ab 11 Uhr. Misst – Weissrussland ist nur eine Stunde
Zeitverschiebung voraus ;))
So komme ich zu einem ausgiebigen Stadtrundgang und Espresso, Cola und
Salat. Bezahlen kann ich auch. Mit vorhin getauschten Rubel. 1 €=10.000
BYR. Die Preise sind auch gleich viel osteuropäischer. Das ganze für
50.000 BYR.
Dann ging es zurück zum Art Center.
Hier wurden Bilder von Chagall ausgestellt, die ein Freundes- und
Förderkreis zur Verfügung gestellt hatten. Die meisten Bilder kamen
dabei aus Deutschland.
Ich hatte so viel von Chagall noch nicht gesehen. War also ganz nett.
Dann bin ich im strömenden Regen zum Geburtshaus gefahren, dass ich
vorher zu Fuss bereits lokalisiert hatte. 
Da aber alles erst 11 Uhr zum arbeiten anfängt, musste ich die Zeit anders verbringen.
Das Geburtshaus/ (Gross)vaterhaus war nett, da jeweils in den Räumen die Bilder hingen, die er
mit Bezug zu den Räumen gemalt hatte.
Im Hintergarten war den auch die Statue mit dem Geiger, die auf vielen
Fotos bereits zu sehen war.

Nach der Besichtigungstour bin ich zur M3 gefahren, die auf direkten Weg
nach Minsk führte. Erst war es weiter rundum GRAU und es regnete
ununterbrochen weiter.
Aber so knapp 100 Kilometer vor Minsk änderte sich das Bild. Der Regen
liess nach und dann in Minsk kam sogar noch die Sonne raus.
Einen kurzen Zwischenstopp hatte ich noch in Chatyn gehalten, einer
Gedenkstätte knapp 70 Kilometer vor Minsk, für die im 2. Weltkrieg
ausgelöschten Weissrussichen Dörfer.
Sehr gespenstisch, da an dem ruhige Ort jede Minute eine Metallglocke
schlägt.
Laut Wikipedia wurde der Ort Chatyn bewusst zur Sowjetzeit als
Gedenkstätte gewählt, um die Namensähnlichkeit mit Khatyn auszunutzen
und abzulenken. Auf jeden Fall kann man wenn man beide Orte beucht hat,
froh sien, dass diese Kapitel lange vorbei sind.

Die Landschaft war sehr landwirtschaftlich geprägt, bis auf den Teil vor
Mink. Da bin ich durch den Braslau Nationalpark gefahren.
Jedemenge Natur, die gepflegt und sauber wirkten.
Auf der Fahrt hatte ich einen fliegenden Storch vor und neben mir, der
für ein kurzes Stückchen immer mit dem Motorrad mitgeflogen ist.

Am Ziel angkommen bin ich mit Rieseführer und Navi auf Hotelsuche in
Minsk gegangen. Aber denkste, dass Hotel Belarus wurde umgebaut, dass
andere hatte keinen richtigen Eingang, nur Baustelle und das Planet war
ausgebucht.
Was nun, weiter geblättert und dann zum Hotel „Turist“. Der bin ich ja
und schwupp die wupp ghab es ein Zimmer im 15. Stock.
Das Hotel hat besten sowjet Charme, wie auch alles drumherum.
Da es knapp 8 Kilometer bis zum Stadtzentrum sind, habe ich dann die
Metro genommen und die Stadt angeschaut.
Wow, gewaltige Sowjetarchitektur mit einigen ältern Kirchen prägen das
Stadtbild.
Bei Bier, Okroschka und Schaschlik habe ich den Tag ausklingen lassen.
Im Hotel habe ich mir dann noch einmal die vielen Geldscheine dieser
„Schein“währung angeschaut. Schon schön so 50tausender in der Hand zu
halten.

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