Autor: ot@longwayhome

30./31.10.2021 von Constanta nach Ludwigshafen

Keine Kilometer mit der Chang Jiang

Dafür viele Kilometer mit der Eisenbahn.

Los ging es pünktlich 8:20 Uhr von Constanta nach Bukarest-Nord mit einem Regionalexpress.

Es ist erstaunlich, wie die, eigentlich optisch nicht gerade ansprechenden, Anlagen recht gut funktionieren und auch genutzt werden.

So war ich bereits 10:40 Uhr in Bukarest und habe mein Gepäck im Schließfach deponiert. Mit knapp 3 Stunden Zeit bin ich zum Arcul de Triumf gelaufen und mit Uber noch zum Parlamentspalast.

14 Uhr dann wieder pünktlich mit dem EN346 nach Wien gestartet. Sehr komfortabel im Schlafwagen.

Sehr schnell waren wir aus dem Großraum Bukarest. Nach ca. 1,5 h dann bereits wieder in den Karpatenbergen. Damit den Hochnebel hinter uns und schönste Berge im Nachmittag-Sonnenschein.

Hinter Brasov dann an „meine Strecke“ von vor 4 Tagen. Nun Richtung Westen = Ungarn + Österreich + Bayern nach Hause. Von14 Uhr bis 8:21 Uhr + Zeitzonenwechsel und Winterzeit!

Grenzkontrollen mitten in der Nacht und dann noch einmal durch die Österreicher. Sogar der Zoll – mm …. Schade das ist die EU 2021.

21 Stunden in einem Zug. Ich glaube nicht, dass es außer in Russland, so viel mehr lange ZugVerbindungen in Europa gibt.

Verspätung gab es dann doch noch mit 50 min. Damit war die geplante Weiterreise über München geplatzt. Ein ICE am selben Gleis ist aber gleich zwei Minuten gefahren. Puh – ein Sprint und piepsendes Türschließen. Weiter nach Linz, Passau, Plattling…

29.10.2021 von Бургас nach Constanta

Freitag 29.10.2021

5 km / 30 min Grenze BG-RO

Mit der Chang Jiang auf Reisen: 6´866 km – davon Richtung Osten 2‘122 km

Das Hotel etwas außerhalb des Stadtzentrums hatte ich so gewählt, dass es nicht weit bis zu einer Werkstatt oder einem Dauerparkplatz war. Beide Alternativen hatte ich im Internet gefunden und kontaktiert. Nur weiß man nie, wie es vor Ort aussieht. Google Streetview ist auch nur bedingt aussagekräftig.

So bin ich zu Niki – Trafikanti group – gefahren. Der eine kleine Werkstatt für Autos und Motorräder betreibt.

Mit ihm habe ich die to do´s der CJ angeschaut und er war glücklich einen Oldtimer da zuhaben. Na mal sehen wie das wird. Zumindest kann es so überwintern …

Zurück zum Hotel und der weitere spannende Teil der Reise starten.

Problemlos zum Busbahnhof mit dem Taxi und dann ging es mit dem Bus nach Varna.

Der Busfahrer in seinem kleinen Mercedes ist sehr südländisch mit Handy am Ohr, doch souverän gefahren. So nach den Tagen mit der CJ an das langsamere Tempo gewöhnt, war ich bereits nach 2,5 Stunden mit einem 10 minütigen Zwischenstopp im 120 km entferntem Varna.

Da aber von Bulgarien aus keine Züge Richtung Mitteleuropa fahren, musste ich weiter nach Constanta.

Dies war in Varna kein Problem. Als Ferien Destination kommen und fahren dort Busse in alle Richtungen. Türkei, Ukraine, Tschechien, Deutschland …

So bin ich bis Constanta mit dem Bus, der weiter nach Odessa fuhr, gefahren. Die Grenze von BG nach RO hat mit Toilettenstopp und Passkontrolle etwa 30 min gedauert. Aber niemand musste aussteigen wie mitten in der Nacht am Ärmelkanal 18.5.2015!

Nach ca. weiteren 45 min war ich dann nach 2,5 h am Tagesziel wieder in Constanta.

28.10.2021 von Белене nach Бургас

Donnerstag 28.10.2021

312 km

Mit der Chang Jiang auf Reisen: 6´861 km – davon Richtung Osten 2‘117 km

Im Morgengrauen und Nebel habe ich wenig bis gar nichts von der Donau gesehen. Laut Internet ist Belene dadurch bekannt geworden, dass auf einer Insel in der Donau ein Gefängnis war. Außerdem, dass in den 1990er hier noch geplant war ein Atomkraftwerk zu bauen. Von all dem habe ich nicht viel gesehen. Nebel und sonst holprige Betonplattenstraßen mit Betonplattenbauten.
Nach dem Frühstück habe ich mich auf die Suche nach einer Werkstatt gemacht. Dank Google gar nicht so schwer. Nach der Suche „Autoservice“ wurden mir zwei angezeigt.
Bei Cris & Bo bin ich gleich an die richtige Adresse gekommen. Mit der CJ angekommen ist der Mechaniker gleich in Begeisterung ausgebrochen, und meinte alles kein Problem. So wollte ich nur die Reserveradhalterung anschweißen lassen, was auch schnell ging. Kurzer Hand wurde ein Winterrad eines wartenden Kunden als Schweisshalterung verwendet und der Bolzen befestigt.
Nur bei genauerer Betrachtung des Rads am Beiwagen, bei welchem ich dachte, dass nur ein, zwei …. Speichen gebrochen seien = es waren fünf und beim Reserverad, stellten sich größere Schäden heraus.
Am Reserverad waren alle Nieten der Radnabe gebrochen, so dass diese nur von den kurzen Speichen gehalten wurde. Von den langen Speichen war gestern die Hälfte gebrochen.
Beim Beiwagenrad waren fünf Risse in der Bremstrommel. Dies erklärt nun auch, warum am ersten Tag mir bei diesem Rad – da als Hinterrad eingebaut. Die Räder können an jeder Position verwendet werden kann- die Speichen in Meersburg und Friedrichshafen gerissen sind.
Mit seinen Schweißkünsten hat er die Räder soweit gerichtet. Nur musste ich teils neu einspeichen und auch noch Speichennippel ersetzen. So habe ich über 4 Stunden gebraucht und bin gegen 13 Uhr gestartet.
Doc anders als gedacht, gleich 5km hinter Belene war das Fahrverhalten alles andere als gemütlich. Das gerade frisch revidierte Beiwagenrad hatte einen Platten. Eine kurze Speiche samt Nippel fehlte.
Also das Beiwagenrad abbauen und Ersatzrad drauf. Mittlerweile kann ich das mit Auspacken, Hochbocken, Wechseln, Verstauen in ca. 15 min.
Woran mag es gelegen haben? Ich weiß es nicht. Habe dann aber die Speichen etwas lockerer eingeschraubt. Nicht so fest, wie ich die von der Radspannerei bekommen hatte. Gleich vorwegzunehmen, dass hat es gebracht.
Von Belene aus fuhr ich mit einem mulmigen Gefühl weiter. Was wie machen, wenn nun wieder ein Rad den Geist aufgibt. Also erst einmal auf den kleinen holprigen Straßen seeeeehr vorsichtig. Nach Löchern, von welchen es seeeehr viele gab, Ausschau halten und ausweichen.
Auf den größeren Straßen waren dann die Löcher weniger, dafür aber LKWs unterwegs.
Mein Gefühl wurde aber besser und so ging es südwärts, dann wieder ostwärts und wieder südwärts. Kilometer für Kilometer.
Ein kurzer Tankstopp, wobei man sieht, dass es allmählich südlich geworden ist. Schlechtwetterregendächer fehlen. Auch konnte ich meine wärmenden mehr Schichten der Kleidung verringern, da die Sonne noch richtig warm gemacht hat. Die dicken Handschuhe gegen die dünnen tauschen.
Da ich am Morgen die vier Bastelstunden gebraucht hatte, war dennoch nicht mein Plan nicht nach Burgas zu fahren. Daher bin weiter und weiter gut vorangekommen.
Nur bei Warbiza sind mir auf einmal Schilder merkwürdig geschlossen. Auf bulgarisch, französisch und deutsch Stand, dass der Pass „Prochod Vyrbich“ geschlossen sei. Erst dachte ich, dass betrifft mich nicht. Ein Renault Bus, der die ganze Zeit hinter mir geblieben war, dann überholt hat, dann gewunken hat, dann abbiegen wollte – hatte ich gefragt. Ja nach Warbiza könne ich fahren. Dann wieder das gleiche Schild noch einmal. Sehr merkwürdig. Und aus der Gegenrichtung kam ein Pferdegespann. Auf die Frage, ob ich durchfahren könne war dann die Meinung zweigeteilt. Die Frau: Nein. Der Mann: Ja. Was nun? Der Mann meinte mit dem Motorrad könne ich fahren, die Frau zweifelte noch und hatte dann doch mit dem Kopf genickt. Nur anders als ich es interpretieren würde. Wieder hin und her genickt ? Da war doch was. So klar ist Kopfnicken in Bulgarien nicht 🙂

Ich habe mich für den Pass entschieden. Rauf war die Straße richtig gut. Das Herbstlaub war in der Mitte weggeweht, so dass man prima fahren konnte. In weiten Kurven folgte die Straße bis auf die Höhe und dann .. Dann wurde es heftig. Es war spät und früh dunkel, so dass ich mit Licht weiter fahren musste. Eigentlich nicht so schlimm, nur die Straße wurde holprig und löchrig. Für weite Strecken nur in Schrittgeschwindigkeit und langsamer befahrbar. So brauchte ich für die knapp 13 km eine Stunde.

Als die Straße besser wurde, hatte ich dort auch den ersten Vorwegweiser nach Burgas. Nur noch 88 km. Das hieß: 1 + 1/4 Stunde mit meinen knapp 70 km/ h. Weiter ….!!

Puh war ich glücklich am Ortseingang von Burgas. Ein klein wenig kühl zwar, doch am Ziel!! und ein aufregender Tag.
Im Hotel gab es leider kein Essen und Trinken, so dass ich noch einmal vor die Tür musst. Zwei Ecken weiter war die Pizzeria „Luna“, wo es vorher Bargeld und danach Pizza gab.

27.10.2021 von Sibiu/ Bradu nach Белене

Mittwoch 27.10.2021

339 km + 5 min RO Ausreisekontrolle und 3 min BG Einreisekontrolle

Mit der Chang Jiang auf Reisen: 6´549 km – davon Richtung Osten 1´805 km

Heute gab es im Hotel bereits ab 7 Uhr Frühstück. Mit „Voyage, Voyage … “ geweckt, war ich zwar nicht pünktlich, aber immerhin so da, dass ich kurz nach 8 Uhr losgehfahren bin.

Es war noch schön kalt – aber eine herrliche Morgenstimmung. Über dem Hauptkamm der Berge kam bereits die Sonne, so dass im Nebel alles noch mystischer aussah.

Leider wurde der Transfagarasan am Montag 25.10.2021 geschlossen – bis zum Sommer nächsten Jahres, so dass ich wieder nicht über die angeblich schönste Straße Europas fahren konnte.

Ich habe dann in einem Paralleltal die D7C genommen. Eigentlich hört sich das nach großer Straße an, doch war es eine holper Schotterstrecke. Eigentlich ganz nett, nur die Speichen haben es wieder nicht vertragen.

Die Straße ging von der großen D7 östlich weg, was eine Erlösung von den LKWs war. Die Farben im Morgenlicht und Nebel waren herrlich.
In den Dörfern konnte ich dann sehen, dass sich so viel dann doch nicht zu unseren Vorstellungen vom Karpaten Bauern geändert hat. Schafs und Ziegenherden – Holzhacken etc.. sehr ärmlich.

Da es auf den ganz kleinen Straßen zwar schön war, aber ich nicht vorankomme, bin ich zum Mittag dann auf eine größere Straße nach Ramnicu Valcea. Sagt Euch nichts? Mir auch nicht. Jetzt weiß ich aber, dass dies eine Industriestadt am Fuße der südlichen Berge ist. Von dort aus fließt dann der Olt bis in die Donau.

Genau diesem Flusslauf bin ich gefolgt. Wobei vom Fluss nicht so viel zu sehen war. Es ist eine sehr weite Ebene, die landwirtschaftlich genutzt wird. Die dem Fluss folgende Straße führt fast durchgehend durch Dörfer, wo rechts und links Verkaufsstände von Obst (Wein + Äpfel + Birnen) und Gemüse (Tomaten, Paprika, Auberginen, Kürbisse … ) angeboten wurden.

Überall lag Rauch über der Straße, da das Laub, Grasschnitt und sonstiges einfach verbrannt wurde.

An der Donau bin ich bei Corabia angekommen. Der bisher wolkenfreie Himmel hatte ein paar Schleier bekommen. Jedoch hat mich das nicht so beunruhigt, wie das komische Fahrverhalten der CJ. Ein Blick aufs Seitenwagenrad hat dann alles erklärt.

15 min Räderwechsel und ich konnte weiter. Mein Ziel war die Donaufähre in Turnu Magurele. Diese pendelt tagsüber aller 30min von eine auf die andere Seite. An der rumänischen Grenze hatten die beiden Grenzpolizisten ihre Mühe die CJ richtig einzutragen. Die im Fahrzeugschein eingetragene Herstellerfirma war dem Programm unbekannt. Mein Hinweis, dass es eine BMW Nachbau sei löste das Problem. Zumindest in Rumänien gibt es nun eine BMW CJ750 🙂

An der Fähre waren nur LKWs. Da die Fähre gerade übergesetzt war, hatte ich Zeit und die Fahrer eine Attraktion. Es waren über 20 LKWs dort. Wobei nur jeweils 5 jeweils mitkommen. ein Fahrer hatte mir berichtet, dass er das seit 10 Jahren täglich macht. Papierrollen aus Bulgarien holen, so ca. 30 min von der Fähre weg und dann diese Rollen ca. 50 km nach Rumänien hinein bringen. Er wünscht sich jedenfalls eine größere Fähre.

Die CJ ha für die Überfahrt gut noch darauf gepasst und für 1 EUR konnte ich übersetzen.

In Nikopol war es auch recht unaufgeregt. Ausweis + Fahrzeugschein und den Impfnachweis mit Fiebermessen abliefern.

Von der Fähre bin ich dann der Donau folgend noch bis nach Belene gefahren. Leider hat dann 1km vor Belene an einem aufgelassenem Bahnübergang die Ersatzradaufhängung Ihren Geist aufgegeben. Provisorisch mit Spanngummis festgezurrt, konnte ich noch bis zum Hotel fahren.

Damit habe ich morgen Früh eine Aufgabe 🙂

Schopska Salata, gegrillte Hühnerherzen und Rotwein beenden den Tag.

26.10.2021 von Sannicolau Mare nach Sibiu/ Bradu

Dienstag 26.10.2021

334 km

Mit der Chang Jiang auf Reisen: 6´210 km – davon Richtung Osten 1´466 km

Vom Hahnenkrähen bin ich vor dem Wecker wach geworden. Gefühlt war er direkt unter meinem Fenster. Aber vielleicht war es auch die eine Stunde Zeitverschiebung nach Osteuropäischer Sommerzeit. Damit hatte ich zur 8 Uhr Frühstückszeit wie die letzten Tage ein wenig Vorsprung. Das Frühstück war gut und reichhaltig, so dass ich wie gestern gegen 9 Uhr auf der Straße war.

Das Licht hat sich nicht geändert. Auf der Sitzbank und Beiwagenplane war Raureif, doch hat ein wolkenfreier Himmel etwas für das Gemüt. Am Anfang noch gegen die tiefstehende Sonne bin ich bis Timisoara als erstes heutiges Ziel gefahren. Mit Navi und vorheriger Suche in Google Maps habe ich einen guten Parkplatz gefunden, um eine Runde durch die Altstadt zu drehen.
Seht selbst – die Bilder sehen ganz nett aus. So war es auch, wobei ich dank meinem Frühstück, kein Verspür nach Kaffee und Kuchen hatte. Andere Stellen in der Stadt sind dann doch noch sehr renovierungsbedürftig.
Aus Timisoara bin ich dann nach Osten in Richtung Lugoj gefahren, um die LKWs auf der Autobahn und E79 zu vermeiden. Das war eine gute Idee. So war es ziemlich problemlos voran zu kommen.
Bei einem Stopp um die Beine zu vertreten und einen Schluck Wasser zu trinken, kam dann dieses Gefährt aus dem Feld. Das Pferd hatte sich fast mehr als ich erschreckt.

Eigentlich gibt es eine Autobahn von der Grenze HU/ RO bis Sibiu. Doch fehlen an einer Stelle knappe 15 km, so dass die Straßen alle auf der bisherigen Strecke durch ein sehr bergiges Gebiet führen. Puh – LKW s von vorn und von hinten und überholende PKWs. Da sind die 70 km/h und am Berg auch mal 40 km/h doch ein wenig hinderlich.

Wo dann die Autobahn wieder begann, hatte ich eine Straße für mich allein. Oh war das herrlich. Gute 50 km ungestört. Danach ging es durch den Großraum Deva, Orastie, Sebes bis nach Sibiu.

Mal waren die Straßen frei und allein – mal Rush hour mit vielen Kreisverkehren.

Aus der gestrigen Ebene von Ungarn kommend, hat es eine Weile gedauert, bis es wieder Berge gab. Herrliche Herbstwälder am Anfang. Später dann viele landwirtschaftlich genutzte Flächen. Kommt hier der Mais für E10 her? Das hellbraun drumherum sieht fast wie Wüste aus.


Heute Abend bin ich in der „Fantanita Haiduclui“ (Haiduc = Gesetzlose) untergekommen. Ich bin so bereits hinter Sibiu und kann morgen dann direkt in die Karpaten starten. Dann Wechsel ich die Fahrtrichtung nach Süden!

25.10.2021 von Keszthely nach Sannicolau Mare

Montag 25.10.2021

341 km und 1 min Wartezeit an der HU-RO Grenze

Mit der Chang Jiang auf Reisen: 5´876 km – davon Richtung Osten 1´132 km

Der Morgen am Balaton war kalt. Wieder war alles bereift. Doch mit einem guten Frühstück lässt es sich gut starten. An der Panzio hatte die Chang Jiang wieder die gestrigen Startprobleme. Aber mit einem Tritt auf den Kickstarter und gleichzeitigen Druck auf den E-Starter habe ich sie zum Laufen gebracht. Von Keszthely, am nordwestlichen Ende vom Balaton aus, bin ich Richtung Süden rausgefahren.
Eigentlich wollte ich nach einem Punkt schauen, wo ich den Balaton komplett mit Chang Jiang fotografieren kann. Doch das ist nicht ganz gelungen.
Aber immerhin habe ich es zum Wasser mit Blick auf die nördlichen Tafelberge geschafft – die ich später auch noch im wegfahren als herrliches Panorama hatte.
Vorher war es aber mühsam. Zum einen gab es ewig lange Baustelle. Zum Teil mit Ampelphase von nur 3-4 Fahrzeugen. Echt mühsam. In Ungarn wir viel gebaut 🙂 Dann war da noch eine Autobahn, auf die ich nicht wollte und meine alte Navikarte nicht kannte…. Es hat mir ziemlich viel Zeit gekostet, bin ich über Balatonszentgyörgy hinaus Richtung Kaposvar gefahren bin.

Das hat mich über eine Stunde Zeit gekostet. Aber in der Sonne war bereits Wärme zu spüren. Das gleißende Licht hat die Straßen fast silbrig gemacht.

Ich habe mich für die kleinen Straßen entschieden, wo mich aber fast jeder Bahnübergang aufgehalten hat. Zuckerrüben müssen auch irgendwo hin. In den vielen kleinen Dörfern die ich passiert habe, waren viele Kinder unterwegs – es sind Herbstferien- und alte Leute. So viel Daumen hoch wie ich heute gesehen habe ….

An einer Straßenbaustelle – mal wieder – hatten die Bauarbeiter dann nur Interesse an meiner Chang Jiang. Der „Wrester“ war aber der Meinung, dass es eine BMW sei.

Die kleinen Straßen waren wunderschön – alte Traktoren, W50´s, einen Robur (!) und sonst welche nun auch wirklich alten Fahrzeuge konnte ich sehen.

Da man so aber nicht voran kommt, bin ich ab der Donauüberquerung in Baja die Schnellstraße 55 nach Osten gefahren.
Die Straßen sind weit – nur die 70-75km/h sind für die LKWs doch zu langsam.

Entlang der ungarisch – serbischen Grenze bis nach Szeged und dann weiter nach Rumänien.

In Sannicolau Mare bin ich im Hotel Zoppas Inn gelandet. Dieses gehört zu einem italienischen Betrieb / Heating Element Technologies, der seine Betriebsunterkunft als Hotel betreibt.

Das Abendessen gibt es in reichlicher Auswahl von den verschiedenen örtlichen Restaurants ins Hotel geliefert. Problemlos wird die Zahlung mit Kreditkarte akzeptiert 🙂

24.10.2021 von Sankt Gilden nach Keszthely

Sonntag 24.10.2021

384 Km

Mit der Chang Jiang auf Reisen: 5´535 km – davon Richtung Osten 791 km

Die Nacht im Gasthof war gut. Die Sonne hat die Berge oben schon hell beleuchtet. Aber schaut auf die Autos – unten war alles weiß mit Raureif überzogen.

Frühstück vom Buffet war gut und Ö3 hat einen schönen Herbsttag angekündigt. Und wie recht sie hatten. 8.45 Uhr bin ich gestartet. So ging es am Wolfgang See und Bad Ischl vorbei bis nach Goisern. Da war dann die Schleife hergestellt von der Frühjahrstour mit Pirmin. Das Eis vom Frühjahr hatte es mir nicht angetan, da die Temperaturen um die 2-7 Grad ausreichten. Die Sonne auf den sonnenbeschienenen Talseiten war herrlich.

Richtung Liezen abgebogen ä, habe ich den ersten Pass gemerkt. Die PS haben ausgereicht um mit 40km/h im 2. oder 3. Gang den Berg hochzukriechen. Lieber links als rechts Kurven, da dass den Seitenwagen sicher auf der Straße lässt.

Und dann das Dachsteinmassiv. gigantisch! Und auf der anderen Seite Gletscher. Ein schönes Bild mit Selbstauslöser! Oder?

Rund um Liezen war viel Verkehr. Wie immer in Österreich war dann alles nur zur Autobahn ausgeschildert, so dass ich wieder auf der Straße ins Gesäusel gelandet bin.

Altbewährtes ist nicht schlecht. Kloster Altmont und nach Erzberg. Pass hoch Pass runter. Auch schön im 3. Gang, so dass der Motor bremst.

Über Leoben und Bruck an der Muhr ging es weiter ostwärts.

Hier hat die CJ nach einem Stopp, um zu schauen wohin es weiter geht gestreikt. Der Strom war weg. Also in den Verteilerkasten geschaut. Aber schlauer bin ich nicht geworden. Nach zwei drei beherzten Tritten auf den Kickstarter ging es wieder. So auch bis heute Abend … mal sehen was das wird.

Nach ca. 30min basteln lief alles. So bin ich dann aus den großen Bergen hinaus Richtung Osten weiter. Ein wunderschönes Tal entlang, ganz allein über den Straßegg Pass. Noch mal über 1000m. Danach ging es runter. Über Oberwart und Güssing ins Dreiländereck AT/ HU/ SLO.

Die Herbstfarben den ganzen Tag waren herrlich. Die tiefstehende Sonne hat es gut in Szene gesetzt.

Von Körmend, wo wir im August vorbeigefahren sind, habe ich dann noch die 60km bis an den Balaton nach Keszthely abgespult. das mit Nachsaison stimmt hier. Alles tot. Selbst die erste Booking.com Buchung war nicht. Aber nun die Trokajer Wellness Panzio ohne Wellness.

Zum Abendessen Bier + Leber und Letscho (mit viel Knoblauch)

23.10.2021 von Ludwigshafen nach Sankt Gilgen

Samstag 23.10.2021

407 km

Mit der Chang Jiang auf Reisen: 5´151km – davon Richtung Osten 407km

Es hat lange gedauert – lange gewartet. Nach 2,5 Jahren bin ich jetzt wieder mit der Chang Jiang unterwegs. Das letzte mal auf Reisen war ich am 27.05.2019 in und um Qhingsheng.

Was ist in der Zwischenzeit passiert? Da aufgrund der chinesischen Bürokratie und dann noch dazukommenden Corona Restriktionen, habe ich die Chang Jiang nach Deutschland verschifft. Na ja – nicht so einfach. Aber das ist ein extra Kapitel.

Nun will ich wieder gen Osten. Als großes Ziel habe ich mir den Kasachisch-Chinesischen Grenzübergang in Horgos von der kasachischen Seite aus gesetzt. Und dies über Land mit der Chang Jiang zu erreichen. Das muss doch gehen!

Samstagmorgen im Morgengrauen – der Tag hatte da dann doch bereits über 8 Stunden bin ich von Zuhause aus gestartet. Die ersten Kilometer haben mich Carolyn und Pirmin im Auto eskortiert, da sie nach Überlingen zum Putzeinsatz in die Überlinger DAV Kletterhalle aufgebrochen sind.
Nach den ersten Warmfahrkilometern und Leistung auf beiden Zylindern – nicht nur rechts- schnurrte die Chang Jiang gut. Kurzer Picture Stop an der Birnau und alles wäre gut ….
wenn nicht gleich vor der Ausfahrt Unteruhldingen es „ping“ gemacht hätte. Eine Speiche des neu eingespreichten Hinterrad war gebrochen. Da ich bereits zwei Speichen ersetzt hatte, war der Austausch nicht so schwierig. Hat aber Zeit gekostet.
Vorher – Nachher. Nur sollte es nicht so bleiben. Gleich in Meersburg hat es noch einmal 3 Speichen gekostet.
Bis Fischbach bin ich gekommen. Dann hat es mir gereicht. Ich habe das Hinterrad ausgebaut und dafür das Ersatzrad mit den China-Speichen eingebaut. Der Schlag in dem Hinterrad den ich in China hatte, war wohl doch zu heftig. Auf jedenfalls scheinen da Kräfte auf die Speichen zu wirken, den diese nicht stand halten.

Ab da ging es dann gut. Über Lindau und B12 + A7 bin ich bis Füssen gefahren und habe zum nächsten Fotohalt in :

… halt gemacht. Da Links sieht man es 🙂
Weiter ging es die deutsche Alpenstraße unaufgeregt über Miesbach, Bad Tölz, Rosenheim bis an den Chiemsee und weiter
über Traunstein und Salzburg,
an den Wolfgangsee. Ich wollte möglichst weit gleich am ersten Tag noch nach Osten kommen. Geschafft!

9. Juni 2019 von Žitomislicu nach Tirana/ Dürres

Sonntag 9.6.2019

Wieder zeitig aufstehen. Aber kein Problem! Den Kirchturm am Campingplatz habe ich bereits 5 Uhr gehört. Danach zwar noch geschlafen, doch auch 6 Uhr habe ich mitzählen können.

Beim 7 Uhr schlagen hatten wir alles wieder gut verstaut und konnten los fahren.

Der Zeltplatzpreis mit 10 EUR war angemessen.

Erstes Ziel war Mostar. Mit Glück und Umsicht hatten wir einen Parkplatz direkt am Hamam Museum und in Nähe zur berühmten Stari Most / Brücke von Mostar. Da wir vor 8 Uhr da waren, lag die Touristraße noch im Dämmerschlaf. So konnten wir problemlos zur Brücke und in Ruhe den Kaffee in der Altstadt genießen.

Danach ging es weitetet nach Montenegro. Bosnien überraschte erneut. Traumhafte Motorradstraßen!

Die Grenze war zwar nervig, aber die Abwicklung relativ schnell. Alles korrekt. Wichtig war der Fahrzeugschein und die grüne Versicherungskarte.

In Montenegro ging es zunächst auf kleinen motorradfreundlichen Straßen weiter. Ein Blick über den See entschädigte vorab für die Hitze der nächsten Stunden.

Von Nikcic nach Podgoria und danach nach Albanien. Der Fahrstil in Montenegro unterscheidet sich erheblich von dem in Bosnien. Waren vorher Tempolimits nur unverbindlich, so hielten sich die Fahrer in Montenegro an die 50/60/90.

Der Grenzübergang nach Albanien war etwas größer und belebter. Nach ca. 30 min warten in der Mittagssonne waren wir an der Reihe um Ausweise, Fahrzeugschein und Grüne Karte vorzuzeigen. Geschafft – in Albanien.

So viel anders war Albanien gar nicht. Zwar etwas ärmer, doch hat die Dichte von großen schwarzen Autos schlagartig zu genommen.

Auf dem Weg nach Tirana haben wir noch gebruncht. Gegrilltes Balkanlamm!

Lecker!

In Tirana konnten wir nur eine Ehrenrundd drehen, um dann in Dürres die Fähre zu erreichen.

Mit Verspätung ging es dann zur Überfahrt mach Ancona.