22. Von Sevastopol nach Odessa

22. Tag – 19. April 2010
Von Sevastopol nach Odessa 637 km
Gesamtkilometer: 8.532 km
Die Ukraine ist gross und weit. Was auf der Lankarte klein und überschaubar aussieht, ist in Wirklichkeit einige Kilometer auseinander. Um von Sevastopol, wo ich am Morgen gestartet bin, die Krim zu verlassen, sind über 200 km zu fahren. Um dann über Kherson, wo der Dnepr ins Schwarze Meer mündet und Mikolajew nach Odessa zu kommen, sind es dann insgesamt 600 km.

Als ersten Zwischenstopp hatte ich Bachtschissaraj eingeplant. In Bachtschissaraj ist ein Khan-Palast und Moschee der Krimtartaren erhalten geblieben. Nach dem Besuch des Topkapipalasts vor zwei Wochen in Istanbul, ist es aber recht enttäuschend.

Weiter bin ich dann über Simferopol und Evpatoria an der Westküste der Krim entlang gefahren. Es ist ebenso erstaunlich, wie schnell sich die Landschaft ändert. Gerade noch in den Bergen mit Felsen, kommt man hinter Simferopol in eine steppenartige Landschaft. Das heisst eine Ebene bis zum Horizont, die Dank vieler Kanäle landwirtschaftlich genutzt wird. Die Dörfer sehen aber ärmlicher aus als die Dörfer im Süden der Krim. Zu kämpfen hatte ich mit dem Wind der konstant und stark aus Richtung Osten geblasen hat.

Mittagessen gab es dann bei einem der vielen Schaschlikbrater am Strassenrand. Über Holzfeuer braten die leckere Hammel- oder Schweinefleisch Schaschliks.

Die überall gesprochene Sprache in der Ukraine ist Russisch. Das Ukrainische sehe ich geschrieben als Hinweisschild oder Reklame. Es ist eine Mischung aus Russisch, Polnisch und Tschechisch. So heisst z.B. „Achtung“ nicht wie im Russischen „Wnimanie“, sondern wie im Polnischen „Uwaga“. Nur die Buchstaben sind kyrillisch mit einem extra „i“.

Eigentlich bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass die Strassen recht gut in Schuss seien. Das natürlich mit den üblichen Löchern und Holperern. Aber dann die E58/ M14 von Mikolajew nach Odessa war erschreckend. Diese viel befahrene Hauptstrasse stellte sich als asphaltierter Felddweg heraus. Da war selbst die Schotterpiste an der georgisch-armenischen Grenze besser zu fahren. Auf über 40 km ging es von Loch zu Loch oder daneben liegenden Felder, wo entnervte Autos die dritte oder vierte Fahrbahn angelegt haben. Nicht nur die Löcher, sondern auch der aufgewirbelte Staub waren recht anstrengend. Ich will nicht wissen, wie das bei Regen aussieht.
Nach Odessa reinzufahren, sah aus, wie am Morgen aus Sevastopol heraus zu fahren: Plattenbauten und O-Busse.
Das eigentliche Stadtzentrum von Odessa sieht aber älter und netter aus.

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