13. Von Jerevan nach Dzoraget

13. Tag – 10. April 2010
Von Jerevan nach Dzoraget 412 km
Gesamtkkilometer 5.110 km

Bereits beim Aufwachen merke ich, dass das Wetter recht gut aussieht. Siehe da, vom Hotelbalkon kann ich den Ararat fast komplett sehen. Ein Gegensatz zwischen Natur und Stadt. Zwischen den Plattenbauten konnte ich sogar noch die im Reiseführer erwähnte Moschee entdecken.

Bei postsowjetischem Chick gab es Frühstück, wobei ich den guten armenischen Kaffe vermisste. Es gab nur Nescafé. Dagegen wird der armenische genauso wie der arabische Kaffee mit Zucker und Gewürz mehrfach aufgekocht. Ich weiss aber immer noch nicht in welcher Reihenfolge und wieviel Zutaten hinein müssen.

Mein Motorrad durfte die Nacht direkt unter dem Dach des Hoteleingangs stehen, so dass der Portier immer ein Blick drauf werfen konnte. Das er das gemacht habe macht er mir beim Beobachten meines

allmorgendlichen Beladevorganges auch klar. Der Portier war aber sonst sehr nett und da er, wie es scheint, die letzten 20 Stunden am Hotel verbracht hat, gebe ich ihm 2000 Dram.

Wie bereits in Georgien gemerkt, gibt es auch in Armenien fast keine Vorwegweiser. Auf dem Land geht es mit der Orientierung einigermassen mit Himmelsrichtung und Karte. Aber in einer Millionenstadt wie Jerevan hilft mir nur Durchfragen.
Zuerst will ich nach Garni.
Ein Taxifahrer den ich an einer Kreuzung gefragt habe, fährt einfach kurzer Hand vor mir her, bis an einer Ausfallstrasse tatsächlich ein Schild nach Garni steht.

Garni ist ein Muss laut Reiseführer und lohnt sich wirlich. Ein altgriechischer Tempel, wie aus dem Geschichtsbuch, steht dort auf einem Felsvorsprung inmitten der Gebirgswelt. Da der Arbeitstag erst

nach 9.30 Uhr beginnt, benutze ich dank des Hinweises zweier älterer Männer den inoffiziellen Hinterein- und Ausgang.

Nicht weit von Garni liegt dann ins Tal hinein das Geghard Kloster. Es ist auch dort noch sehr früh. Die Souvenirverkäufer bauen gerade erst ihre Stände auf. Beeindruckend ist die fast unbeleuchtete
Höhlenkirche und der direkt daran angbaute äussere Kirchenbau.

Um nicht wieder in den Trubel von Jerevan hineinzukommen, beschliesse ich auf Bergstrassen auszuweichen. Es ist erstaunlich wie nah die Bergwelt und Matschstrassen bis an Jerevan heranreichen. Aber es war es wert!

Nächstes Ziel war das Khor Virap Kloster. Diesmal mal ein Kloster nicht in den Bergen, sondern in der Jerevan Tiefebene direkt vor dem Ararat. Am Morgen vom Hotelbalkon konnte ich den Ararat noch sehen. Am Khor Virap Kloster ist der Arat leider wieder komplett in den Wolken verschwunden.

Auf der Weiterfahrt Richtung Süden bin ich dann durch einen Ort gekommen, wo überall an der Strasse Becken mit lebenden Fischen standen. An einem habe ich dann gehalten. So neugierig ich war, so neugierig waren die beiden Verkäufer. Sie hatten in Ihren drei Becken lebenden Stör, Wels, Karpfen und Forellen. Bevor ich weiterfahren konnte, gab es eine Einladung zu armenischen Kaffee und ich musste auch Rede und Antwort geben zu den mir bekannten Fragen, woher/ wohin/ wie teuer ist das Motorrad und warum ich nicht Rauche.

Nach einem Tankstopp am Vierländereck AM, AZ, TR IRN und anschliessender Fahrt über einen Pass von 2410m, bin ich zum Sevan See gefahren.

Der Sevean See liegt auf fast 1400m, so dass es nicht wirklich warm und angenehm war. Bei der Fahrt über die Passstrasse habe ich festgestellt, dass sich der hintere Halter meines linken Koffers gelöst hatte und verloren gegangen ist. Eine kleine Werkstatt mit 2 Mechanikern und mindestens 10 Zuschauern konnte mir aber sofort helfen.
Die Weiterfahrt war wieder mit einem Wetterwechsel verbunden, wobei es in und um Sevan geschneeregnet hat. Wieder die Gedanken, wo bleibe ich, was mache ich – weiter oder hier bleiben führte dann wieder zu meinem Entschluss weiter zu fahren. Und dann, anstatt der in der Karte eingetragenen Passstrasse gab es einen Tunnel, wo auf der südlichen Seite netteres Wetter und ein Schaschlickgrill waren.

Über Dijan und Vanadzor bin ich dann zum Debed Canyon, 50 km vor der georgischen Grenze, gefahren und in einem guten Hotel untergekommen.

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