25.8.2018 vom Ashley National Forest nach Grand Junction/ CO

Samstag 25.8.2018

Was für ein Tag. Sonnenschein und die Nadelbäume auf dem Campingplatz verströmen einen Macchia Geruch wie in Italien.

Nach dem die Zelte abgetrocknet sind und wir unsere Rucksäcke zugkompatibel gepackt haben, sind wir auf der 191 zum Dinosaur National Monument gefahren.

Hier liegen die zusammengeschwemmten Knochen von Hunderten Dinosauriern, die in dieser Ebene vor 150 Millionen Jahren wohl verdurstet sind, bevor die Flut kam und die Knochen unter Sand begraben hat. Als sich dann 800.000-900.000 Jahre später die Rocky Mountains aufgefaltet haben, kamen die Knochen wieder an die Oberfläche und 1909 hat sie dann jemand gefunden. Warum er auf die Idee gekommen ist, ausgerechnet in dieser verlassenen Hitze von Utah zu suchen, können wir nicht verstehen, aber offensichtlich gibt es in diesem Teil von Utah extrem viele prähistorische Entdeckungen: schon auf dem Weg zum Monument stand alle paar hundert Meter ein Schild mit wissenswerten Details: „Stegosaurus lived in these plains“, „Dunes and plants of a prehistoric tropical sea“. Vom Visitor Center fahren wir mit dem Bus zum Ausgrabungszentrum: über der Ausgrabungsstelle wurde eine Halle gebaut, nachdem der größte Teil abgetragen und die vollständigen Skelette in Museen der ganzen USA ausgestellt wurden. Es ist kaum zu glauben, aber diese Steine mit Hunderten von verschiedenen Knochen sind genauso in dem Felsen, es ist kein Abdruck oder eine künstliche Nachbildung oder so. Sehr spannend!

Wir nehmen den 1,2 Meilen Fußweg durch die Wüstenlandschaft zurück zum Auto, Versteinerungen entdecken wir zwar nicht mehr, aber allein das helle Licht und die trockene Hitze sind ein Erlebnis.

Zurück am Auto bekommen wir einen leichten Schreck: wir haben uns länger im Monument aufgehalten, als geplant und nun rechnet uns das Navi aus, dass wir um 16:02 Uhr in Grand Junction, Colorado sind, dort soll um 16:10 Uhr unser Zug abfahren.

Das Navi hat aber nicht mit Olafs Fahrstil gerechnet, und so dauert die Fahrt über den traumhaft schönen Douglas-Pass nur knapp 2 1/2 statt mehr als 3 Stunden.

In Grand Junction klappt wieder alles reibungslos: Olaf und Janina bringen unseren Mietwagen zurück, während Annika, Pirmin und ich das Gepäck am Bahnhof bewachen. 2.489 km sind wir in den vergangenen vier Tagen gefahren, das ist doch ein SEHR großers Land!

Am Bahnhof sind wir etwas verwirrt: die beiden schönen alten „Station“ Gebäude sind verschlossen- in Privatbesitz. Der heutige Bahnhof ist ein relativ modernes etwas heruntergekommenes kleines Gebäude. Wir sind überpünktlich und setzen uns mit unserem beachtlichen Gepäck in den Wartebereich. Eine Tafel am Fahrkartenschalter (handgeschrieben) zeigt an, dass der Zug #5 (California Zephyr nach San Francisco) heute um 16:15 ankommt (17 Minuten Verspätung). Die Schaffner kommen in den Bahnhof, scannen die Fahrkarten und sagen jedem Passagier, zu welchem Wagen er gehen soll (vorletzter Wagen). Wir bekommen unsere Platzkarten nach RNO (Reno). Zu unserer Sicherheit Solen wir im Bahnhof bleiben, bis der einfahrende Zug steht.

Der Zug ist relativ leer, wir finden problemlos gute Plätze. Ein Mitfahrer macht uns darauf aufmerksam, dass auf der linken Seite der Colorado River ist und dass Camper den Zug „Moonen“ würden.

???

Kurz darauf macht Dr Schaffner eine ausführliche Durchsage: wir fahren mit dem Zug durch einen Canyon, durch den keine Straße führt, nur der Colorado und die Gleise. Und daher wären in dem Canyon nur River Rafter / Camper und Zugfahrer. Bei den Campern hätte sich die Tradition etabliert, den Zug zu „Moonen“ -aber die Passagiere im Zug sollten bitte nicht zurück „Moonen“. Langsam dämmert’s uns: die Leute zeigen dem Zug Ihren nackten Arsch! Aber das ist nicht die Hauptattraktion: der Canyon ist ATEMBERAUBEND. Wir sitzen mal wieder drei Stunden im Panoramawagen und staunen ohne Pause.

Inzwischen sind wir in der Abenddämmerung einen steilen Pass rauf und wieder runtergefahren, demnächst erreichen wir Salt Lske City, es ist dunkel und wir freuen uns auf eine weitere gemütliche Nacht im Zug.

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